Netzwerkstelle für Gute Arbeit

Einzelhandel

Netzwerkstelle für Gute Arbeit

Der Einzelhandel ist nicht nur systemrelevant, weil er uns mit Lebensmitteln und anderen Waren des täglichen und dauerhaften Bedarfs versorgt; er ist auch einer der bedeutendsten Arbeitsmärkte in Berlin. Die Branche ist sehr vielfältig, entsprechend unterschiedlich sind auch die Beschäftigungsbedingungen. Dennoch: Prägend ist gerade im Verkauf auf der Fläche ein hoher Anteil an Teilzeit, häufig mit weniger als 20 Stunden und teilweise unfreiwillig, sowie eine große Zahl an Minijobs. Niedriglohn ist in der Branche nach wie vor ebenfalls weit verbreitet. Und dies, obwohl die große Mehrheit – auch im Minijob – auf Fachkräfteniveau arbeiten.

Zahlen für Berlin

Quelle

Bundesagentur für Arbeit, Beschäftigte nach Wirtschaftszweigen (WZ 2008) in Berlin (Quartalszahlen), Stichtag 30.06.2025

  • ingesamt 142.177 Beschäftigte
  • 116.729 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, davon 58 Prozent Frauen
  • 25.448 geringfügig Beschäftigte, davon 59 Prozent Frauen
  • etwa 59 Prozent aller Beschäftigten im Berliner Einzelhandel arbeiten in Teilzeit

Seit einigen Jahren ist die Digitalisierung zur zentralen Treiberin des Strukturwandels im Einzelhandel geworden. Dies zeigt sich zum einen darin, dass Onlineeinkäufe immer alltäglicher werden, doch auch die Arbeit im stationären Bereich wird durch digitale Technologien stark verändert. Arbeitsabläufe und Aufgaben müssen angepasst werden, die Beschäftigten brauchen neue Kenntnisse und Kompetenzen. Bei der Einführung neuer Technologien ist es notwendig, dass diejenigen, die schließlich mit ihr arbeiten müssen, in die Prozesse einbezogen werden und mitbestimmen können.

Herausforderungen im Einzelhandel - für die Beschäftigten

Hohe physische und psychische Anforderungen belasten die Gesundheit der Arbeitnehmer:innen, hier bedarf es struktureller Lösungen zur Senkung der Belastung.

Im stationären Einzelhandel ist eine Kerntätigkeit die soziale Interaktion mit Kund:innen – und wird von den Beschäftigten als sinnstiftend und befriedigend benannt. Doch dünne Personaldecken und unfreundliche Kund:innen können die Interaktionsarbeit zum Stressfaktor werden lassen. Dazu ist die Arbeit im Verkauf körperlich anspruchsvoll und erfordert lange Zeiten im Stehen oder ungünstigen Körperhaltungen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen, während die verfügbare Zeit sinkt. Viele Beschäftigte berichten deshalb von zunehmender Arbeitshetze. Um die Branche attraktiver zu machen und dem akuten Personalmangel entgegenzuwirken, besteht bei den Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen weiterhin Handlungsbedarf.

Herausforderungen im Einzelhandel - für die Branche

Durch Gute Arbeit wird das Arbeitsfeld attraktiver, echte Verbesserungen helfen bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter:innen und gegen den Verlust kompetenter Fachkräfte.

Im Rahmen der Netzwerkstelle für Gute Arbeit werden die Herausforderungen aufgegriffen und im Austausch mit der Gewerkschaft ver.di, mit dem Arbeitgeberverband Handelsverband Berlin-Brandenburg e. V. sowie mit weiteren Akteur:innen des Berliner Einzelhandels, der Politik und der Verwaltung bearbeitet. Ziel ist es, zentrale Handlungsfelder sichtbar zu machen und mögliche Lösungsansätze zur Diskussion zu stellen.

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Veranstaltungen

Im Rahmen der Sozialpartnerdialoge werden aktuelle Themen des Berliner Einzelhandels in kleinerer Runde eingehend diskutiert, um gemeinsam Maßnahmen zu entwickeln, die Gute Arbeit stärken. Die Werkstattgespräche bieten Platz, um konkrete Handlungsmöglichkeiten kennenzulernen, sich dazu auszutauschen und gemeinsam aktiv zu werden.

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Publikationen

Die Themen unserer Publikationen werden beteiligungsorientiert in Sozialpartnerdialogen und Werkstattgesprächen mit Vertreter:innen der Branche entwickelt. Printexemplare können gerne per Mail angefordert werden.

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Kontakt